Falschfarben-Radarbild der Nordpolregion des Titan, dunkle
unstrukturierte Oberflächen ergeben das Bild einer Seen-Platte. Die
Ausschnittbreite beträgt etwa 10 km (Bild aus: NASA/JPL, 2007).
Die fast schwarzen glatten Flecken sind mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich
Oberflächen von Flüssigkeiten. Nur flüssige Medien erscheinen im Radarbild
derartig dunkel und spiegelglatt. Die ganze Anordnung auf dem Bild legt nahe,
dass diese Seen den an der Oberfläche aufgeschlossene Teil eines "Methanspiegels"
darstellen und der feste Untergrund somit einem irdischen Grundwasserleiter ähnelt,
nur dass hier selbstverständlich flüssiges Methan und eventuell auch Ethan die Rolle
des Wassers und Eis und Staub die des Gesteins einnehmen. An einigen Stellen sind bis
zu 100 km lange schmale gewundene Strukturen zu erkennen, die in die Seen einmünden und
damit offensichtlich Zuflüsse von Kohlenwasserstoffen sind, die sich als Flusstäler in
die eisige Oberfläche eingeschnitten haben. Die ganze Szenerie erinnert in verblüffendem
Maße an eine beliebige Seenplatte auf der Erde, etwa in Finnland oder Kanada.
Analog zu den irdischen Verhältnissen könnte ein Betrachter auf der Oberfläche des
Titan in diese Seen hineinblicken und je nach Tiefe den Untergrund erkennen, da die
Flüssigkeiten wie Wasser auch durchsichtig sind.
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© Dr. H. Sulzer 2004/2007
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