Erste Ergebnisse zur Titan-Chemie


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(14) 22. 03. 2005: Erste Ergebnisse zur Titan-Chemie

Inzwischen liegen erste Auswertungen der Messungen von Huygens vor. Sie bieten einige unerwartete Überraschungen, die vorerst schwer zu erklären sind. Sowohl Ethan als auch Aminosäuren scheinen in der Atmosphäre zu fehlen. Mit dem Vorkommen von Ethan als wichtigem Bestandteil der Gashülle und der Meteorologie neben Methan war fest gerechnet worden. Aminosäuren sollten durch die UV-Bestrahlung des Tholin-Niederschlags entstehen. Offensichtlich können die zahlreichen bisher durchgeführten Laborsimulationen die titanische Umwelt noch nicht richtig darstellen.

Vielleicht kann dies teilweise auch auf jahreszeitliche Einflüsse zurückzuführen sein, immerhin dauern Frühling, Sommer Herbst und Winter auf Titan jeweils etwa siebeneinhalb Jahre. Wahrscheinlich ist, dass auf Titan ein Wechsel von "Regen"- und "Trocken"zeiten stattfindet. Der Untergrund an der Landestelle von Huygens jedenfalls war mit flüssigem Methan so weit durchtränkt bis gesättigt, dass kurz nach dem relativ sanften Aufsetzen der Sonde im weichen Untergrund so viel Methan freigesetzt wurde, daas ein kurzzeitiger Anstieg des Methangehaltes in der Umgebungs"luft" um 30% beobachtet werden konnte. Das stoßweise Entweichen von Methan aus dem Boden bewirkte sogar mehrfach registrierte leichte Kippbewegungen der Sonde, die vermutlich bis zu 20 cm in den Untergrund eingesunken war.

Die Untersuchung der Argon-Isotop-Verhältnisse in der Atmosphäre zeigt, dass Argon überwiegend als Zerfallsprodukt radioaktiven Kaliums vorkommt, während primordiale Argon-Isotope fehlen, was bedeutet, dass die jetzige Atmosphäre keineswegs eine ursprüngliche Zusammensetzung aus den Anfängen des Sonnensystems widerspiegelt, sondern dass mit einer komplizierten geschichtlichen Entwicklung zu rechnen ist und die rezente Gashülle aus dem Inneren des Mondes stammen muss. Dies wiederum beweist, dass der Himmelskörper eine weitgehende Differentiation erfahren haben muss, wie sie letztlich aufgrund seiner Grösse auch zu erwarten ist und auch durch die offenkundig sehr aktive Geologie Titans bestätigt wird.

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Übersicht über die Saturnmonde

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© Dr. H. Sulzer 2004/2007


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