Ein ausgetrocknetes Meer auf Titan


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(12) 03. 02. 2005: Ein trockenes Meer

Inzwischen wird deutlich, dass die Analogien zur Erde auf dem Titan schnell zu kurz greifen und die oben gezeigte Vorsicht hinsichtlich der Bezeichnung von Oberflächenstrukturen ganz richtig war. Was kurzzeitig als See, Ozean oder Fluss gegolten hatte, erweist sich jetzt in Wahrheit als ausgetrocknete Oberfläche. Flüssigkeitskörper scheint es auf dem Titan immer nur kurzfristig zu geben. Was wir in den dunklen Flächen sehen, sind keine Seen oder Flüsse, sondern deren Ablagerungen, eine Art atmosphärisches Sediment aus organischen Molekülen. Da sich der Vorgang des Niederschlagens und Austrocknens in der Geschichte des Titans viele Male wiederholt haben muss, wäre damit zu rechnen, dass die abgelagerten Stoffe Schichtkörper aufgebaut haben, in denen vielleicht immer wieder auch Eis und Staub eingelagert worden sind. Die Vermutung liegt nahe, dass das, was ursprünglich als "Ozean" interpretiert worden ist, ein womöglich sogar sehr mächtiges Beckensediment darstellt, das topographisch niedriger gelegene Bereiche des Mondes verfüllt und damit nivelliert hat. Solche Formationen könnten auch die feine Schichtung erklären, die man immer wieder andeutungsweise auf den Luftbildern zu sehen vermeint. Wird ein älteres Sedimentpaket durch vertikale Krustenbewegungen zerteilt, könnten auch Strukturen entstehen, wie jene, die oben als "Schichtstufenlandschaft" bezeichnet wird. Wo die Hauptmasse des Niederschlags bleibt ist unklar. Vielleicht verdampft sie schnell wieder oder versickert im Boden.

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© Dr. H. Sulzer 2004/2007


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