Diese topographische Messreihe zeigt ein überraschend flaches Relief auf Titan.
Zum Vergleich in rot ein masstabsgleiches Profil der Topographie zwischen Holzminden und Cuxhaven.
Höhenskala auf die Durchschnittshöhe der Messreihe auf Titan bezogen, stark überhöht.
(Bild verändert nach: NASA/JPL, 2004).
Radarhöhenmessungen von Cassini zeigen ein überraschend flaches Relief.
Die Höhenunterschiede betragen auf insgesamt fast 400 km vermessener Strecke weniger als 200 m.
Diese Oberfläche läßt sich etwa mit der der norddeutschen Tiefebene vergleichen.
Eine solche Ebene kann durch verschiedene Massenverlagerungsprozesse entstehen, etwa durch
Erosion, bei der über der Durchschnittshöhe herausragende Bereiche abgetragen und Senken
verfüllt werden. Des weiteren kann weniger starre Kruste, etwa Eis, durch hydrostatische Ausgleichsbewegungen
auf duktilerem Untergrund nivelliert werden. Aus dem Untergrund hervorquellendes flüssiges oder
zähflüssiges Material kann eine Landschaft überfluten. Die beobachteten Höhenunterschiede sind besonders im rechten
Teil des Höhenprofils (s. Bild unten) so gering, dass hier auch eine Flüssigkeitsoberfläche
vielleicht nicht ausgeschlossen werden kann. So ist berechnet worden, dass organische Flüssigkeiten
unter den zu erwartenden Bedingungen auf Titan mit starken Winden und geringer Schwerkraft sehr
hohe Wellen im Bereich bis 15 Meter Amplitude und mehr bilden könnten (2), was mit den gezeigten Messwerten
unter Berücksichtigung von Messungenauigkeiten ("Rauschen") wahrscheinlich noch konsistent wäre.
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© Dr. H. Sulzer 2004/2007
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