Saturnmond Titan (Quelle: NASA/JPL, Aufnahme: Voyager 2)
Titan ist der mit Abstand größte Mond des Planeten Saturn. Mit seinen 5.150 km Durchmesser ist er nur wenig kleiner als der Jupitermond Ganymed und damit der zweitgrößte Mond im Sonnensystem. Er ist größer als die Planeten Merkur und Pluto. Er ist bereits mit einem Feldstecher zu erkennen. Entdeckt wurde Titan am 23. März 1665 von Christian Huygens. Er ist etwa 1,2 Millionen km vom Mutterplaneten entfernt und umkreist ihn in knapp 16 Tagen.
Der Titan ist der einzige Mond im Sonnensystem und überhaupt der einzige bekannte Himmelskörper seiner Größenklasse, der eine dichte und wolkenreiche Atmosphäre besitzt. Sie besteht hauptsächlich aus Stickstoff, etwa 6 % Argon und Methan. Außerdem finden sich auch Spuren von mindestens einem Dutzend anderer organischer Verbindungen (beispielsweise Ethan, Cyanwasserstoff, Kohlendioxid) und Wasser. Die genannten Kohlenwasserstoffe entstehen wahrscheinlich aus Methan, welches in der oberen Atmosphäre vorherrscht und vom Sonnenlicht aufgespalten wird um zu höheren Organika zu rekombinieren. Auf der Oberfläche beträgt der Druck bei einer Temperatur von -140 °C mehr als 1,5 bar, d.h. das Eineinhalbfache des atmosphärischen Drucks auf der Erde.
Titan ist wegen dieser bemerkenswerten Atmosphäre ein erstrangiges Forschungsobjekt der Exobiologie, weil er in mancher Hinsicht Bedingungen aufweist, die denen der Ur-Erde gleichen könnten. Ein bedeutender Unterschied ist allerdings die eisige Oberflächentemperatur, die eine weitere Entwicklung der präbiotischen Umwelt in Richtung Leben wie wir es kennen, verhindern würde. Es erscheint jedoch nicht sicher, ob nicht vielleicht doch Titan der zweite belebte Himmelskörper im Sonnensystem ist.
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| Titans Atmosphäre, smog-ähnlicher brauner Dunst aus Kohlenwasserstoffen und hochstehende Wolkenbänder aus Methan. Foto der Raumsonde Voyager 2 | Titans Wolken, die hellen Flecken am Südpol sind Methanwolken, aus denen es möglicherweise Methan regnet. Adaptive-Optics-Aufnahme des Keck-Observatoriums auf Hawaii. | Titans Oberfläche, der helle Fleck wurde als Kontinent aus Eis, die dunklen als mögliche Ozeane aus Kohlenwasserstoffen gedeutet. Infrarot-Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops. |
Die ESA wird im Rahmen der laufenden Cassini-Huygens-Mission der NASA Anfang 2005 versuchen, den Lander Huygens mittels Fallschirm auf dem Mond abzusetzen. (Text und Bildtitel teilweise aus (1))
Daten
Entfernung zu Saturn: 1.2 Mio km
Durchmesser: 5.150 km
Umlaufzeit um Saturn: 16 Tage
Rotationszeit: 16 Tage
Masse: 1.345×1023 kg
Oberfläche: 83×106 km²
Dichte: 1,88 g/cm³ (Wasser = 1)
Gravitation (Oberflauml;che) 1,35 m/s2
Fluchtgeschwindigkeit 2,6 km/s
Scheinbare Helligkeit: 8,4m
Albedo 0,21
Bahnneigungswinkel zur Ekliptik: 0,3°
numerische Bahnexzentrizität: 0,029
Aufbau
Der innere Aufbau des Titan wird sich von dem der terrestrischen Planeten doch stark unterscheiden.
Die Gesamtdichte beträgt mit 1,9 g/cm³ nur etwas mehr als ein Drittel der Erddichte bzw. etwas mehr als
die Häfte der Monddichte. An seinem Aufbau muss daher verhältnismässig viel sehr
leichtes Material beteiligt sein: Eis! Die dichte, in ihrer Herkunft ziemlich rätselhafte Atmosphäre
kann Titan trotz seiner geringen Schwerkraft nur deshalb halten, weil die Sonneneinstrahlung eine
Milliarde Kilometer vom Zentralstern entfernt nur noch gering ist. Stickstoff könnte auch als Eis oder Clathrat
am Krustenaufbau des Himmelskörpers beteiligt sein. Womöglich sind kryovulkanische Vorgänge änlich
denen auf dem Neptunmond Triton für die Entstehung
und vielleicht sogar für die Aufrechterhaltung der Atmosphäre wichtig.
Einfaches Strukturmodell des Titan (Quelle: Planetologie.de)
wie es sich aus der Dichte und einem Zwei-Schalen-Aufbau berechnet.
Übersicht über die Saturnmonde
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© Dr. H. Sulzer 2004/2007
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